Opernfreuden in Ranshofen

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Die nimmermüden Musikfreunde Braunau-Simbach luden am Sonntag, den 26. Mai zu einer „Opernmatinée“ in den Festsaal des Schlosses Ranshofen. Im ersten Teil gab es W. A. Mozarts köstliches und kostbares Schäfer-Singspiel „Bastien und Bastienne“. Diesen erstaunlichen Geniestreich eines 12jährigen hat Richard Glöckner mit einfachen, aber wirkungsvollen Mitteln auf die Bühne gestellt. Glöckner, eigentlich Tenor, studiert Gesang an der Universität Mozarteum in Salzburg, hat jedoch schon etliche Talentproben als Regisseur geliefert. Eine Wäscheleine, ein Wäschekorb und eine Sitz- und Stehgelegenheit genügen ihm, um die Liebeshändel des jugendlichen Pärchens mit Hilfe des Zauberers Colas mit Witz, Laune, reger Betätigung der Smartphones und in modernen Kostümen zu einem guten Ende zu führen.

 

Überhaupt ist die Produktion eine Art Zusammenarbeit mit jungen Leuten vom Mozarteum. Die mädchenhaft agile Sopranistin Laura Barthel leidet glaubwürdig an der vermeintlichen Untreue ihres Liebsten Bastien und findet mit ihrer Silberstimme das finale Glück. Der famose Tenor Juan P. Villanueva schmachtet und ärgert sich mit baritonalem Timbre. Der balsamische Bass Di Guan ist ein Colas von skurriler Würde, dem es am Ende gar nicht so gut geht. Alle drei zeichnen sich durch frische Natürlichkeit und Spielwitz aus. 

 

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Dirigent Giulio Cilona holte aus dem merkbar motivierten und mitatmenden Orchester viele Farben und Facetten heraus und ist den singenden Menschen ein kluger Partner am Pult. Nach der Pause schaffen es er und die Musici sogar, aus dem für viel größeren Streichersound geschriebenen „Intermezzo sinfonico“ aus Pietro Mascagnis Versimo-Tragödie „Cavalleria Rusticana“ südliches Feuer zu schlagen. Darauf folgte, mit den Protagonisten des Mozart-Singspiels, ein betörendes Bukett von „Mozart-Schlagern“ aus „Entführung“ und „Don Giovanni“. Dazu noch ein „Händel-Hit“, die berühmte Arie „Ombra mai fù“ aus „Xerxes“ und schließlich als Zugabe das im Terzett gesungene neapolitanische Lied „Torna a Surriento“ von Ernesto de Curtis – und in Sorrent war es so schön, dass es nicht bei einem Mal bleiben konnte!

 

                                                                                                                      Paul Kornbeck