Konzert unter blauem Himmel

Kritik zu unserem Konzert am 1. Juli

Gut besuchte Matinée des Orchesters der Musikfreunde Braunau-Simbach im Schloss Ranshofen

Der Ranshofener Schlosshof  bot einen stimmungsvollen Rahmen für das Orchester

Der Ranshofener Schlosshof  bot einen stimmungsvollen Rahmen für das Orchester

Der "Wettergott" war gnädig und sorgte am Sonntag für blauen Himmel und angenehme Wärme. So stand der Matinée des Orchesters der Musikfreunde Braunau-Simbach in Ranshofen nichts mehr im Wege.

Im stimmungsvollen Rahmen des Schlosshofs kämpften die Musikerinnen und Musiker an ihren von auffrischenden Winden bedrohten Pulten wacker und erfolgreich um ihre Noten. So ein Freilichtkonzert hat eben eine eigene Qualität und Atmosphäre. Desto bewundernswerter, wie gut dieses ambitionierte Konzert gelang. Der junge japanische Dirigent Aoi Mizuno hatte das Orchester bestens eingestellt auf die Fährnisse der Witterung und der Partituren. Mit Spielfreude und schmetterndem Trompetenglanz, perfekt geboten von Daniel Hintermaier und Tobias Perschl, gelang das Concerto in D-Dur für zwei Trompeten und Streicher von Antonio Vivaldi. Diesem festlich-barocken Auftakt folgte die immer wieder tief berührende h-Moll-Symphonie Franz Schuberts, die so vollendete so genannte "Unvollendete". Mit weitem, schwingendem Atem gestaltete Mizuno dieses nicht unbedingt für Konzerte unter freiem Himmel geschaffene Werk - und die gefühlvollen Gesänge der Streicher, die klangvollen Stimmen der Bläser reichten dennoch in den Himmel der Romantik. 

Nach der Pause gab's die 2. Symphonie in D-Dur von Ludwig van Beethoven in schöner klassischer Ausgewogenheit. Ohne zu hetzen, sorgfältig angeregt vom Dirigenten, spielte das Orchester mit größtem Einsatz durch die fanfarenartigen Aufschwünge und abgründigen Lyrismen des vielgestaltigen Stücks. Mit freudigem Pathos endeten Werk und Wiedergabe.

Das zahlreich erschienene Publikum feierte die Interpreten. Manchmal stimmen Sätze die abgedroschen erscheinen mögen, einfach: Wenn es die Musikfreunde Braunau-Simbach nicht gäbe, müsste man sie erfinden.

 

von Paul Kornbeck

Diese Kritik erschien in der PNP