International gefragt, im Innviertel auch
Seit 25 Jahren dirigiert Markus Fohr die Musikfreunde Braunau-Simbach
Er ist ein Konzert-Innviertler. Sozusagen. Denn eigentlich ist Markus Fohr Deutscher, aus musikalischen Gründen in halb Europa unterwegs - und doch immer wieder im Innviertel. Seit mittlerweile 25 Jahren dirigiert Markus Fohr die Konzerte der Musikfreunde Braunau-Simbach. Mit souveräner Kompetenz und viel Einfühlungsvermögen. Auch jenes Konzert, das kürzlich anlässlich seines silbernen Dienstjubiläums in der Braunauer Stadtpfarrkirche zu hören war.
Nicht leicht zu spielen, was da auf dem Notenpult lag - die Hebriden-Ouvertüre von Felix Mendelssohn-Bartholdy, die "Lieder eines fahrenden Gesellen" von Gustav Mahler und die zweite Symphonie von Johannes Brahms.
Fohr gelang es, die Halleffekte des Kirchenraums gleichsam mitspielen zu lassen. Verschiedene Aufführungsorte mit jeweils spezifischen Klangeffekten ist er aus Freiburg im Breisgau stammende Dirigent gewohnt. Er hat nach seinem Studium in Hamburg in Kiel, Passau, Salzburg, Wien, Barcelona, Luxemburg und Paris gearbeitet.
"Die Musikfreunde Braunau-Simbach sind aus meinem musikalischen Leben nicht mehr wegzudenken. Ich komme immer wieder gerne und freue mich schon auf unser nächstes Silvesterkonzert."
Markus Fohr
Das Orchester der Musikfreunde Braunau-Simbach wurde in den Nachkriegsjahren gegründet, lange bevor grenzüberschreitende Aktivitäten gängig waren. Hermann Simböck war einer der Vorausdenker und Gründer, langjährige Orchestermitglieder sind auch Siegfried Dietrich aus Limbach, der beim genannten Konzert erstmals im Publikum saß, sowie Susanne und Volker Nemmer, die mit ihrem Organisationsteam immer wieder Erstaunliches schaffen.
Satten Streicherklang entlockte Markus Fohr dem Orchester ebenso wie sensible Transparenz (als es den gefeierten Passauer Bariton Christian Miedl begleitete), kontrastierende Klänge ebenso wie jugendlichen Schwung. Der Applaus wurde mit dem Ungarischen Tanz Nr. 5 von Brahms belohnt.
Das Orchester ist eine gute Mischung der Generationen, woran der 55-jährige Dirigent, der immer wieder gern ins Innviertel kommt, wesentlichen Anteil hat. Dazwischen konzentriert er sich auf Lehrtätigkeit und Projekte.
Von Monika Raschhofer